by harMONIe




 

 Taub 
   Mein kleines Mädchen ...

 

   Das, was man dich gelehrt hat -

   Eigenschaften, die dich groß werden ließen;

   vom Ausgangspunkt der Menschlichkeit
   hinführend zu einem begegnenden Lächeln;

   all das Wesentliche,
   was dich prägte und dich durch dein Leben tragen sollte;
   was in dir wuchs, dir Stärke gab -

    all das - ziehst du in Zweifel!

 

  In meiner Hilflosigkeit sehe ich, wie DU in mir zerbrichst.

 

   Verzeih’ den Erwachsenen -

   sie haben verlernt deinen Freunden zuzuhören.


              Vertraue dir.

                        © Monika Hoesch






 

 

Wunder geschehen

 


Tausende Sonnen erlebt

Atem gestockt

Hoch geflogen

Flügel versengt

In die Tiefe getaucht

In Tränen ertrunken

Oft geliebt

Kleine Tode gestorben

Von Händen gestreichelt

Im Licht gesonnt

Für die Liebe geopfert

Zum Himmel geschrien

In Muscheln geflüstert

An Schultern gelehnt

Zur Rechten gesessen

In Zweifel versunken

Im Herzen ganz warm

Auf Wolken gewohnt

Lippen aus Samt geschmeckt

Von Worten zerrissen

In der Fremde gesucht

In Düften geschwelgt

Liebe gekostet

… gefiebert

… gebrannt

In der Stille geweint

Worte vermisst

Reife getrunken

Der Sanftheit gewogen

Heiser geredet

Wund geschrieben

Festgefahren

Sohlen durchlöchert

Mit dem Wind gesungen

Im Regen getanzt

Wolken verschoben

Blicke getauscht

Nähe geschenkt

Blau geatmet

Kind geworden

… angelehnt

Dem Himmel so nah

Zeit geschätzt

Farben verändert

Spitzen ertragen

Aufschläge erduldet

Knie geblutet

Krone gerichtet

Felder bestellt

Weite gesehen

Berge versetzt

… durchdacht

… geerntet


Möglichkeiten gefunden

 

Wunder geschehen!




© Monika Hoesch





 

Federkleid



erst als ich meine Flügel niederlegte

spürte ich wie geschwächt ich war.

Mit dem Moment schwand auch die Wärme -

... die nah bei nah gewachsene Geborgenheit.

Aus jeder Pore erhob sich verletzliche Nacktheit -

so wartete ich nicht länger ...

streifte mir die ins Fleisch dringenden Kiele

über meine vernarbten Schulterblätter

und tat das, was ich am besten konnte –

 

fliegen



Text & Foto © Monika Hoesch






 



Text & Foto © Monika Hoesch





Gedanken


"Eckstein, Eckstein, alles muss versteckt sein ..."

~

… wie sehr wünsche ich mir die Unbesorgtheit der Kindheit.
‚Entweder wir haben’s gemacht oder gelassen!'

Heute fehlt immer mehr
die naive, gesunde Kühnheit zur Spontanität,
die von ewigen, vom Kopf statistisch belegten Bedenken
einfach abqualifiziert wird.



Ich spüre noch heute
wie mein Herz klopfte – ‚im Versteck'.

Zeit sich mal wieder ‚freizuschlagen'









Foto & Text © Monika Hoesch











Text & Foto © Monika Hoesch




















Text  © Monika Hoesch

Foto © www.moniart.ch








     …
in lächelnden Augen



   Ich folgte den lauten Stimmen;

   hörte sie selbstsicher reden -
   so, wie sie sich selbst
   am liebsten hörten.

   Unzugänglich.


   Erst als ich mich
   zu den Schweigenden setzte,

   entdeckte ich mich selbst…


    Text & Foto © Monika Hoesch

 














Poesie © Monika Hoesch

Foto © www.moniart.ch








Entgegenkommen ist ein Mitbringsel,
das man nicht nur Anderen
sondern beiläufig sich selbst schenkt.



Text © Monika Hoesch








Meeresrauschen




   ... ich habe noch diese Feder -
jedoch keine Tusche.    
und es fehlt auch der Sand ...


Was bleibt  -
ist die Erinnerung an das Meer.



Foto & Poesie © Monika Hoesch